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Von einzelnen Hofgeschichten

 

Vorstellt werden wenige Betriebe, um die wechselvolle Entwicklung der Landwirtschaft zu zeigen:

 

Hof Rose in Daseburg
Der 100 Morgen-Hof ist sehr breit aufgestellt mit Kulturen und Viehhaltung. An technischen Neuerungen sind Kunstdüngerstreuer und eine Drillmaschine vorhanden. 1945 erfolgt die Aussiedlung und mit dem Gemüsezwiebel-Anbau wird 1985 begonnen.

 

Hof Michels in Warburg

Er hof liegt 1824 zwischen den Städten. Neben Landwirtschaft werden Wirtschaft, Brauerei, Bäckerei betrieben. Über Ladnerwerb 1858 erfolgt die Aussiedlung in die Pappenheimer Straße. Auf Josef Michel (1897-1963) folgt Robert Michels. Der Hof ist 1979 viehlos und 1988 wird die Landwirtschaft verpachtet. Die meisten Flächen sind dem Gewerbegeit zum Opfer gefallen.

 

Hof Heidenreich in Warburg
Der Hof Antonius, dann August Heidenreich führt Buch von 1910 bis1939 über Ausgaben und Einnahmen, sowie Wetter und Tätigkeiten. Der Hof wird 1891 vom Markplatz der Neustadt in vor das Paderborner Tor (Lange Str. 122) ausgesiedelt. Der Betrieb entwickelt sich flächenmäßig. Mindesten zwei Zuchtstuten sorgen für Pferde-Nachwuchs. Schon vor dem Ersten Weltkrieg sind Futterschneider (elektrisch) und Binder auf dem Hof. Danach wir die Milchwirtschaft Schwerpunkt mit Verkauf an die Molkerei, das Krankenhaus und Hofverkauf, Über Jahrzehnte kommen „Rübenmädchen“ aus dem Eichsfeld von Mai bis Oktober. Je zwei Knechte und Knechte waren ganzjährig beschäftigt. Mit Kindermädchen und Lehrköchin leben 13 Personen im Haushalt. Die Familie August Heidenreich bekommt 8 Kinder, darunter der Mediziner und Genealoge Friedrich Heidenreich. Um 1968 ist das Kapitel Landwirtschaft vorbei. Die meisten Flächen werden bebaut mit Gewerbe und Straßen. Der Hof wird 2011 abgerissen.
Vgl. Westfalen-Blatt v. 21.09.2016: "Rübenmädchen" kamen aus dem Eichsfeld

 

Hof Tillmann in Bonenburg (Berghof)
Antonius Tillmann ist Landwirt in 4. Generation und wirtschaftet als konventioneller Gemischtbetrieb mit 55 Kühen, 1.000 Mastschweinen aus 100 ha. Antonius T. ist Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes, seine Frau, Dagmar Feldmann, ist Dozentin an der Landvolkshochschule Hardehausen.

 

Hof Rose-Dunschen GbR in Daseburg
Die intensive Milchviehhaltung mit 55 Kühen wird 1989 beendet. Auf 200 ha (davon 30 ha eigen) werden Zwiebeln, Kartoffeln angebaut und als Spezialisierung erfolgreich durchgeführ mti neuerLagerhaltung usw. .  

Aussiedlungen nach 1945

Aus der Ackerbürgerstadt sind erst wenige Betrieb ausgesiedelt. Nach dem Zweiten Weltkrieg geschieht dies mithilfe des Amtes für Agrarordnung, das in Warburg beheimatet ist, in großer Zahl. Fast 200 (193) Höfe werden ausgesiedelt aus Stadt und Dörfern. In Dössel werden über das Musterverfahren von 1957 16 Höfe ausgesiedelt: 4 in Dössel, 1 in Daseburg, 11 in Warburg). Flächen werden arrondiert und verbessert, Feldwege angepasst und in den Dorfkernen wird saniert.

Strukturwandel als beispiel im Gutsbetrieb

Der Großbetrieb Kloster Warburg wird als Beispiel für einige Entwicklungen vorgestellt. 1811 wird der Klosterbetrieb privatisiert. Auf den 250 ha (davon 150 ha Ackerland) arbeiten viele Personen in den Ställen, auf dem Feld. Die Erträge steinen zwischen 1870 unjd 2000 um 40 % (?). Ab 1890 werden Zuckerrüben angebaut, die Schafherde(300 Kopf)  geht 1964 vom Hof, 1972 ist der Betrieb viehlos. Feldmäuse wird ein Schwerpunkt mit Erbsen, Dicken Bohnen und Buschbohnen. Dr. Gerd Ritgen (1910-1998) setzt viele Akzenten in Tierzüchtung und durchgehend mit der aufwändigen Saatgutvermehrung.  

Aussiedlungen nach 1945

Aus der Ackerbürgerstadt sind erst wenige Betrieb ausgesiedelt… Nach dem Zweiten Weltkrieg geschieht dies mithilfe des Amtes für Agrarordnung, das in Warburg beheimatet ist, in großer Zahl. Fast 200 (193) Höfe werden ausgesiedelt aus Stadt und Dörfern. In Dössel werden über das Musterverfahren von 1957 16 Höfe ausgesiedelt: 4 in Dössel, 1 in Daseburg, 11 in Warburg). Flächen werden arrondiert und verbessert, Feldwege angepasst und in den Dorfkernen wird saniert.

Aus der Ackerbürgerstadt sind erst wenige Betrieb ausgesiedelt… Nach dem Zweiten Weltkrieg geschieht dies mithilfe des Amtes für Agrarordnung, das in Warburg beheimatet ist, in großer Zahl. Fast 200 (193) Höfe werden ausgesiedelt aus Stadt und Dörfern. In Dössel werden über das Musterverfahren von 1957 16 Höfe ausgesiedelt: 4 in Dössel, 1 in Daseburg, 11 in Warburg). Flächen werden arrondiert und verbessert, Feldwege angepasst und in den Dorfkernen wird saniert.

Zu den Agrarreformen des 19. Jh.

Die preußischen Agrarreformen bringen die Ablösung der Pflichten und Dienst durch Geldzahlungen. Die Bauern werden durch die Emanzipation 1803 Eigentümer und verkaufen teilweise Land und nehmen Kredite auf, Kassen und Genossenschaften entstehen erst um 1850. Erst ab dieser Zeit finden die Separationen der alten Gemeinflächen statt, Meliorationen und Wegebau werden durchgeführt. Neue Erkenntnis auf den Gebieten der Dünung, Züchtung und Fütterung werden durchgeführt. 1853 bekommt Warburg die Eisenbahn.  Der landw. Kreisverein (1838) und die Landwirtschaftsschule (1885) bringen den Fortschritt mit sich.    

Zur frühen Neuzeit

Es gibt noch keinen Handelsdünger, der Viehbesatz ist gering und auch Pferde sind nicht überall vorhanden. Der Handel stagniert und es gibt kaum Erzeugnisse über den Eigenbedarf hinaus. Die Produktion kommt nicht voran. Erst nach 1750 kommen die Ackerfrüchte Kartoffeln und Rüben hinzu. Die Landesherren verlange Landschatzung auf Grund und Boden für Militär. In Warburg und Ortschaften gibt es viele Juden, deren wirtschaftliche Tätigkeit eng traditionell mit der Landwirtschaft verflochten ist. Handel, Viehhandel und Geldgeschäfte sind vorwiegend in ihrer Hand. Der Aspekt der wirtschaftlichen Verflechtung wird in der Ausstellung nicht erwähnt.  

Zum Mittelalter

Das Land gehörte den Grundherren, also dem Adel, den Kirchen und Klöster, Zum Kloster Zisterzienser-Hardehausen gehörten die vier Amtsdörfer Bonenburg, Nörde, Rimbeck, Scherfede. Die Bauern waren abgabepflichtig mit dem Zehnten und waren Leibeigene. Das Anbausystem Dreifelderwirtschaft herrschte über J<ahrhunderte, bis sich das System Winterung – Sommerung – Brache durchsetzter. Der Hakenpflug wurde durch den Beetpflug abgelöst. Warburg wird landwirtschaftliches Zentrum mit Getreidehandel.

„Landwirtschaft im Warburger Land – Ein Blick in die Geschichte“

Im Museum im „Stern“ Warburg vom 11. Sept-23. Okt. 2016

Diese besonderen Ausstellung war gründlich vorbereitet, von Archivar Franz-Josef Dubbi und Rainer Mues vom Heimatverein. Sie spannte einen weiten Boden von der Sesshaftwerdung der Bauern in der Jungsteinzeit vor 7.000 Jahren bis in die Gegenwart.

Die erste Sesshaftwerdung der Menschen auf dem fruchtbaren Boden fand in der Jugsteinzeit, Ausgrabungen an mehrern Orte zeigen einfache Bauten für das Leben mit Getreidebau und Viehhaltung. In einm langen Zeitraum entwickelte sich die heutige Kulturlandschaft. 

Das Westfalen-Blatt berichtet ab dem 13.09.2016 in der "Landwirschaftsserie" über mehrere Folgen zur Ausstellung, z. B.

Folge 1: Vom Dreschflegel zum Maädrescher
Folge 2 "Rübenmädchen" kamen aus dem Eichsfeld (Hof Heidenreich) 
Folge 3 Verbesserung der Zucht brint Erfolg
Folge 4 Das Schaf ist nicht nur zum Scheren da
Folge 5 Der Hof Rose in Daseburg

.

 Weitere Themen zur Entwicklung der Landwirtschaft

- Landwirtschaft im Mittelalter - Stichworte dazu (hier)

-  in der frühen NeuzeitStichworte dazu (hier

- die Agrarreformen Angang 19. Jh.Stichworte dazu (hier)

- Flurbereinigung und die Aussiedlung von landwirtschaftlichen Betrieben - Stichworte dazu (hier)

- Strukturwandel nach dem Zweiten Weltkrieg - am Beipiel Klostergut Wormeln - Stichworte dazu (hier)

- Einzelne Hofgeschichten bis in die Gegenwart Stichworte dazu (hier)

- Papierfabrik, die Zuckerfabrik

- die Nahrungsmittelwerke (in Zwischengalerie (von Hartmut Kleimann, Fotokünstler in Warburg) 

- mher als 50 großformatige historische Aufnahmen (von Ludwig Maasjost) 1950 und danach

 

Das Thema Landwirtschaft spielt auch in den Austellungen (Dorfpoträts) eine Rolle und in begelitenden Ausstellungen Aufstellungen der Fotografin Sandra Hancken.  

"Seit 100 Jahren: Die Landwirte richtig schulen". 

So titelt das Westfalen-Blatt v. 8. November 1988 über ein besonderes Schulfest, das in der Halle Siddessen stattfand. Dr. Lammers, Meinolf Michels begrüßen Ehrengäste und den Schuljahrgang 1984/85. .Eine Art Selbstvergewisserung und Standortbestimmung nimmt der Festredner Dr. Günther aus Luxemburg vor. Es sei schon immer Ziel, die Landwirte der Zukunft richtig zu schulen! Er sieht umwälzende Neuerungen voraus, z. B. die Steuerung von Prozessen über Mikroelektronik oder den Melkroboter, der in den Niederlanden in der Erpobung sei. Betriebliche Neuorientierung werde folgen und kleine Betriebe sollten nicht künstlich am Leben gehalten werden: Nur gut strukturierte Betriebe mit gut geschulten Wirten seien den kommenden Anforderungen gewachsen.

Danach wurden die Absolventen der Höheren Landbauschule geehrt: 33 Schüler erhalten die Urkunde "Staatlich geprüfter Landwirt". Davon hatten sechs Schüler haben die Fachholschulreife erworben. Dazu werden drei Meister geehrt. .  .   

 Vortragsthema: "Wie sieht die Zukunft aus? - Landwirtschaft im Jahr 2000"  

Hinweis (d. Verf.):
Dr. Günther Thiede, geb..1921 in Flensburg, Agarstatistikfachmann in Ministerien in Boden Brüssel war Autor mehrerer Bücher zur Agrarpolitik und deren Folgen für die Betriebe. So "Europas Grüne Zukunft“ (1975) od3er „Die Grüne Chance“, (1993). Er war seiner Zeit voraus und galt den einen als Bauernschreck, den anderen als sachkundiger Experte, ein Agrar-Futurologe. Er wurde über 90 Jahre alt. . . .  .

Der “Wormelner Klosterkrieg“ 1797

 

In der Zeit, als Humbeline Rosemeyer aus Brakel Äbtissin war, kam es zu einer einem Aufstand gegen die Willkür der Lehnsherren. Auch das Kloster Hardehausen trieb rigoros Forderungen ein, denn im Siebenjährigen Krieg hatten auch die Klöster schwer gelitten. Die Schlacht bei Warburg brachte 1760 zwar die Entscheidung durch den Sieg der alliierten Truppen (Preußen, Hannover, England) gegen die Französen, aber der Krieg zog sich bis 1763 hin. Außerdem herrschte Nervosität bei den Lehnsheren über die Folgen der Revolution in Frankreich von 1789. 

 

In Wormeln hatte es einen jahrzehntelangen Streit gegeben um den Zehnten als Abgabe an den Grundherrn, das Zisterzienserinnenkloster. Das Reichkammergericht entschied 1897 zugunsten des Klosters und es kam zu einem Aufstand der Bauern. Eine 30 Mann starke Truppen aus Paderborn sollte das Dorf zur Raison bringen, bis die Forderungen erfüllt waren. Es kam zu Rangeleien mit den aufgebrachten Bauern, auch aus der Umgebung (Calenberg, Welda, Germete), die mit Dreschflegel und Mistgabeln bewaffnet waren. Aber als ein Unteroffizier verletzt wurde, fielen Schüsse: der Ortsvorsteher und zwei Bauern kamen zu Tode, es gab 20 Verletzte.  Die Wut der Bauern schäumte über, die Soldaten flohen und das Kloster wurde geplündert. Schließlich kam der Landgraf von Hessen zu Hilfe mit 700 Mann, die sich im Dorf niederließen und auch das letzte Huhn nicht verschonten vor dem Kochtopf. Schließlich konnte der Fürstbischof in Paderborn die Truppen zum Abzug bewegen. 

 

Schließlich war das Kloster auch zu Zugeständnissen bereit. 1810 wurde es aufgehoben und säkularisiert.  

Landwirtshaft ist in Bewegung, auch auf dem Weg zu richtigen Betriebsstrukturen. Bei den größeren Gütern gab es immer wieder Änderungen durch Neuverpachtungen oder Verkauf.  In den Zeitungen auf örtlicher Ebene und überregional wurde dazu inseriert und Angaben zum Umfang und der Ausstattung gemacht.  

 

Hier zunächst eine Liste aus der Kölnischen Zeitung 

  • vom 4. Jan. 1842
    Verkauf des Rittergutes Messenhausen bei Brakel, im Besitz der Erben des Frhr. Wilhelm Anton von Imbsen. Die 182 ha Nutzfläche, arrondiert, wird im Ganzen und parzellenweise bzw. für Vererbpachtung angeboten. Termin im Gasthof Göllner zu Brakel.   

  • vom 1. Mai 1842
    Verkauf des Rittergutes Hainholz bei Natingen. Das Gut erfreut sich einer herrlichen Lage, es umfasst 167 ha Nutzfläche (mit Holz) und verfügt über vorzügliche Wohn-, Brennerei und Wirtschaftsgebäude. Die Aktion wird von Justizkommissar Graen in Brakel vorgenommen. Die Hälfte des Kaufgeldes kann gegen Verzinsung auf dem Gute stehen bleiben.  

  • vom 18. Juni 1853
    Das gräfliche Gut Haimhausen bei Bökendorf (v. Bocholtz-Asseburg) wird neu verpachtet für 12 Jahre. Es umfasst ein neugebautes Wohnhaus, fünf Ökonomiegebäude, 350 ha Landwirtschaftliche Nutzfläche und eine Schäferei von 1.200 Schafen. Termin in der Gaststäte Göllner in Brakel.   

  • vom 7. Jan. 1854
    Verkauf des Büttnerschen Gutes Ottbergen, bestehend aus 127 ha LN einschließlich Wald und Hofraum, dem gesamten Inventar. Zum Gut gehören eine Schäferei und Holzrechte. Das Gut erfährt bald die Zusammenlegung nach Separation. Kaufliebhaber wenden sich an den Gutsbesitzer Bü´ttner in Hembsen.

  • vom 1. Jan. 1855
    Verpachtung der gräflichen Güter von Himmighausen und Eversen (v. Mengersen in Rheder). Neben angemessenen Wohn- und Wirtschaftsgebäuden besteht der Pachtfundus aus   342 ha Nutzfläche einschließlich Hudefläche und kleinem Teich. Die Kopialien (Unterlagen) sind vom Gutsinspektor Cleve in Himmighausen zu beziehen. Dann bitte Gebote an den Rentmeister Herrn Parensen in Rheder.

Starkregen und Hochwasser können bekanntlich große Schäden verursachen. Ein Handbuch mit Maßnahmen zur Vorsorge wird als Pilotprojekt erstellt von der TH OWL und der Landschaftsstation. 2026 soll es an die Kommunen verteilt werden.

Darin werden Problemgebiete lokalisiert, bei denen es zu Sturzfluten kommt und Maßnahme zur Gewässerführung oder Gestaltung von kritischen Flächen vorgeschlagen werden.  

Darüber hinaus plant die Landesregierung die Einführung einer Elementarschaden-Versicherung, die zunächst bei Neubauten und in Problemgebieten verpflichtend werden soll. In der Diskussion 2025.   

Quelle: Höxtersche Zeitung v. 26. April1934

Hinweis: Das Reichserbhofgesetz vom Sept. 1933 war Teil der Bauern-Ideologie der Nationalsozialismus. Es sollte die landwirtschaftlichen Höfe vor Zersplitterung und Überschuldung bewahren. Die Erbhöfe hatten Flächen im Umfang von 7,5 ha ("Ackernahrung") bis 125 ha. Der Erbhofbauer musste bauernfähig, ehrbar und arisch sein. Nur ein solcher Hofbesitzer durfte sich „Bauer“ nennen. Die Höfe mussten eine Hofkarte führen.

Johanne Vogt, Wwe., Nr. 2

Josef Dierkes, Nr. 14

Johannes Hagen Ehel, Nr. 25

Anton Dregger, Nr. 3

Konrad Ewers jun., Nr. 16

Johann Weskamp Ehel., Nr. 28

Johanne Breker Ehel., Nr. 4

Josef Nahen, Nr. 17

Aloisius Tewes, Nr. 33

Fritz Rehermann, Nr. 6

Josef Ortmann, Nr. 20

August Breker, Nr. 35

Franz Pott, Nr. 9

Johann Hillebrand Ehel., Nr. 22

Joh. Hake

Quelle: Höxtersche Zeitung v. 26. April1934

Hinweis: Das Reichserbhofgesetz vom Sept. 1933 war Teil der Bauern-Ideologie der Nationalsozialismus. Es sollte die landwirtschaftlichen Höfe vor Zersplitterung und Überschuldung bewahren. Die Erbhöfe hatten Flächen im Umfang von 7,5 ha ("Ackernahrung") bis 125 ha. Der Erbhofbauer musste bauernfähig, ehrbar und arisch sein. Nur ein solcher Hofbesitzer durfte sich „Bauer“ nennen. Die Höfe mussten eine Hofkarte führen.

Johann Kemper, Nr. 4

August Johenning, Nr. 41

Wwe. Johann Hagemann, Nr.  88

Josef Meyer, Nr. 5

August Beller, Nr. 42

Ehel, Friedr. Michels, Nr. 89

Ludwig Backhaus, Nr. 6

Wwe Aug. Backhaus, Nr. 43

Karl Berendes, Nr. 93

Bernhard Sievers, Nr. 7

Ludwig Willeke , Nr. 51

Ehel. Franz Giefers, Nr. 99

Anton Thieleke, Nr. 14

Josef Wiemers, Nr. 58

Ehel. Peter Loehr, Nr. 103

Josef Mönnikes, Nr. 15

Anton Wulf, Nr. 65

Josef Giefers, Nr. 119

Heinrich Backhaus, Nr. 16

Eduard Welling, Nr. 72

Wwe. Karl Rhein, Nr. 122

Eheleute Johlen, Nr. 21

Ehel. Anton Lüke, Nr. 73

Johann Gehlen, Nr. 124

Bernhard Gehlen, Nr. 17

Johannes Saaken, Nr. 71

Josef Kleibrink, Nr. 145

Ehel, Aug. Rustemeyer, Nr. 32

August Ortmann, Nr. 77

 

Das Reichserbhofgesetz vom Sept. 1933 war Teil der Ideologie der Nationalsozialisten. Es sollte die landwirtschaftlichen Höfe vor Zersplitterung und Überschuldung bewahren. Die Erbhöfe hatten Flächen im Umfang von 7,5 ha ("Ackernahrung") bis 125 ha. Ein Erbhofbauer musste bauernfähig, ehrbar und arisch sein.Nur der Besitzer eines Erbhofes durfe sich "Bauer" nennen. Die Höfe mussten eine Hofkarte führen. 

Für Brakel sind 46 Erbhöfe verzeichhnet, davon in den Straßen (Mehrfachnennung)

  • Am Thy - 4
  • Feldmark - 8 Höfe
  • Hanekamp - 2 Höfe
  • Heinefelder Weg - 6 Höfe
  • Neustadt - 4 Höfe
  • Ostheimer Str. - 7 Höfe
  • Ostmauer - 2 Höfe

 Nach Bekanntmachung in der Höxterschen Zeitung vom 27. April 1934.
- Die Nummern beziehen sich auf die Reihenfolge in der Zeitungsnachricht
- Die Adresse der letzten Spalte ist ergänzt:

3

Bröker, Johannes; Schützenanger

Am Schützenanger 13

10

Düweke, Ferdinand; Bohlenweg

Bohlenweg 43

6

Rohde, Johannes, Ehel.

Brunnenstr. 23

5

Kurzen, Fritz, Wwe.

Burgstr. 20

20

Markus, Heinrich

Burgstr. 22

8

Berendes, Werner; Flechtmerhof

Feldmark 10

16

Hillebrand, Johann, Ehel.

Feldmark 13

41

Müller, Josef, Ehel. ; Westerlindenfeld

Feldmark 15

28

Scheid, Josef. Meierhof

Feldmark 19

29

Stricker, Hermann; Modexerhof

Feldmark 3

38

Potthast Aug. , Ehel.;  Hartheiserhof

Feldmark 8

7

Menne Karl

Feldmark 9

17

Rüther, Anton. Modexen

Feldmark bzw. Hembsen 88

45

Rox, Lorenz, Ehel.

Hanekamp 10

39

Kleinschmidt, Adolf

Hanekamp 16

2

Vogt, Friedrich

Heinefelder Weg 10

12

Kirchhoff, Josef , Ehel.

Heinefelder Weg 18

37

Mönnikes, Ferdinand u. Ehefr.

Heinefelder Weg 19

19

Bröker, Johannes

Heinefelder Weg 3

21

Markus, Peter

Heinefelder Weg 7

42

Eggers, Ludwig

Königstr. 15

27

Junker, Bernhard

Königstr. 17

44

Tilly, Anton

Königstr. 18

43

Tilly, Josef, jun.

Königstr. 20

18

Knüdeler, Josef, Ehel.

Königstr. 5

31

Reineke, Johannes, Ehefr.

Königstr. 6

23

Riepe, Johannes, Wwe.

Neustadt 20

9

Menne, Heinrich

Neustadt 25

40

Nuth, Josef

Neustadt 31

36

Roland, Johannes, Wwe.

Neustadt 6

22

Potthast, Johannes

Nieheimer Str. 23

35

Böger, Bernhard

Ostheimer Str. 12

11

Böger, Peter

Ostheimer Str. 12

32

Trute, Anton

Ostheimer Str. 16

34

Sünkeler, Franz

Ostheimer Str. 22

14

Meyer, Mathias

Ostheimer Str. 31

15

Gödde, Josef

Ostheimer Str. 6

25

Rox, Josef, Wwe.

Ostheimer Stt. 30

4

Brinkmann, Karl

Ostmauer 18

24

Rohde, Heinrich

Ostmauer 4

26

Rox, Franz

Thystr. 10

33

Elbracht-H., Christoph., Ehel.;  Meierei

Thystr. 16

30

Tognino, August

Thystr. 24

13

Franzen, Josef, Ww.

Thystr. 7

46

Meyer, Friedrich

Warburger Str. 12

1

Brautlacht, Franz; Wolfskuhle

Wolfskuhle 4

Landjahrlager Hainhausen für Mädchen 1936-45

 

In der Zeit des Nationalsozialismus war die Schlossanlage Hainhausen ein sog. "Landjahrlager", ein Ort für die Erziehung der weiblichen Jugend. Bei der Regierung in Minden gab es eine Abteilung, die solche Lager betreuten. Außer Hainhausen ist auch Natzungen bekannt. In den Nachbarkreisen: Boffzen (Holzminden), Westheim (Waldeck) und Ringelsbruch (Büren). Im Rahmen des Arbeitsdienstes wurden Sadtkinder auf das Land gebracht zur Bildung und zum Leisten von Arbeits in derLandwirtschaft. 

 

In das Lager kamen 40 junge Mädchen direkt nach der Volksschule hierher und zwar für 8 bis 9 Monate im Sommerhalbjahr.  Ziel war es, die jungen Frauen in Sachen Ernährung, Hauswirtschaft und Landleben zu schulen und für Arbeitskräfte auf dem Land zu sorgen. Die Mädchen leisteten dabei Arbeit auf den umliegenden Höfen, die vor allem in Kriegszeiten sehr bedeutsam war.

Gleichrangiges Ziel war auch die ideologische und kulturelle Bildung im Sinne des Nationalsozialismus. Die Mädchen sollten später Führungsaufgaben in der neuen gesellschaftlichen Gliederung, der Volksgemeinschaft einnehmen. Bei verschiedenen Anlässen waren die Mädchen in Formation dabei. 

 

Die Mädchen in Hainhausen kamen aus Berlin oder dem Ruhgebiet (Essen): Die drei Landjahr-Führinnen (1 Erzieherin und 2 Wirtschaftshilfen) unterstanden einer Bezirksführerin.  

 

Das Schloss Hainhausen bot mit Haupthaus und den vier getrennten Nebengebäuden ideale Bedingungen. Die Nebengebäude wurden als Schulungsraum, Werkraum, Waschraum usw. genutzt. Im 10 Morgen großen Park fanden Körperertüchtigung und Fahnenappelle statt.

 

Aufgrund mangelnder Jygiene gab es mehrfach gesundheitliche Probleme mit ansteckenden Krankheiten wie Diphterie und Scharlach. Das Lager wurde unter Aufsicht des Arztes Dr. Albert Klein in Brakel zeitweise unter Quarantäne gestellt und Impfaktionen fanden statt. Die Toilettenanlagen waren für so viele Personen zunächst nicht ausreichend. Wasseruntersuchungen und Baumaßnahmen wurden durchgeführt. Auch für Dusch-, Heizungs- und Warmwasser-Anlagen mussten instand gesetzt werden. Ein großer Küchenherd war auch eine Anschaffung, über die Kostenverteilung wurde mit dem Kreis verhandelt.

 

Eine weitere Aufgabe des Lagers war es, in Hainhausen stationierte Einheiten mit Essen zu versorgen. Gleiches galt für die Versorgung der Wachmannschaft des Kriegsgefangenenlagers für russische Kriegsgefangene im nahen Modexer Wald. 

 

Quelle

Akten des Kreisarchive Höxter (A 5 / Nr. 408) und Staatsarchiv Detmold (M 1 I Ju)