Der Name Königsfeld ist heute nicht geläufig und er taucht nur in Verbindung mit der Straße "Am Königsfeld", Sitz der Fa. Möbel-Becker, auf. Die Lage Königsfeld ist heute vollständig mit Gewerbe und Industrie verbaut. Sie umfasst das gesamte Gebiet zwischen Warburger Straße und der Eisenbahnlinie nach Paderborn. Zum Königsfeld gibt es weitere Vermutungen, wie die mögliche Lage eines fränkischen Königshofes hier.
Ein Reichsmusterstück ist eine "zur Sicherung der Gleichmäßigkeit der Bodenschätzung ausgewählte, leicht auffindbare, beschriebene und geschätzte Bodenfläche, welche die wichtigsten Anhalts- und Stützpunkte für die Schätzung der übrigen Bodenflächen darstellt." Vgl. www.vermpedia.de
Dr. Albert König schreibt in dem Artikel "Von der Ackerbürgerstadt zur modernene Stadt" 1998:
"Dieses Gebiet südlich der Eisenbahn gelegen, war ursprünglich die beste Ackerflur von Brakel. Auf ihm lag eine Reichsmusterstück der Bodenschätzung für Vergleichszwecke mit der Ackerzahl 90. Vor der Bebauung war diese Stelle ein jährliches Wallfahrtsziel der Schüler der Landwirtschaftsschule von Brakel."
Das Musterstück lag vermutlich direkt auf der Fläche des späteren Nethecenters (dann Real, dann Rewe-Supermarkt) an der Warburger Straße, welches um 1970 bereits gebaut worden ist.
Dr. König fügt noch einen offenen Satz hinzu: "Ebenso bekannt ist diese Feldflur durch das grausige Schicksal eines Teils ihrer früheren Eigentümer, der Brakeler Juden." Damit weist er darauf hin, dass Juden in Brakel damals vorwiegend bestes, dazu arrondiertes Ackerland im Besitz hatten und weist auf die Enteignung der Ländereien in der NS-Zeit hin, vebunden mit der massiven Drangsalierung der jüdischen Bevölkerung bis zur Shoa, ihrer Deportation in den Tod.
Beide Aspekte, die Wertschätzung der Bodengüte und eine solche Verbindung Juden mit der Landwirtschaft, sind in der in der Nachkriegszeit bis weit in die 1980er Jahre kein Thema. Und so konnte die gesamte Fläche zum Gewerbegebiet werden.

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