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 Kennzahlen und Feldflur Erkeln (2015)

 

Höhe Fläche Einwohner Feldflur
m ha  Anzahl LF Acker Grünland
126 1325 593 837 699 138

 

Lage

Erkeln liegt südlich eines großen Nethebogens in einem geräumigen Talkessel, der vom Vogelsangbach entwässert wird. Das Tal ist ca. 300 m breit und erstreckt sich gut 2 km bis zum Teufelsberg im Süden. So ist Erkeln praktisch von 3 Seiten von einer Bergkulisse umgeben und besitzt eine malerische Lage und große Vielfalt von Standorten. Von den Nethewiesen geht es über gute Ackerflächen auf den Verebnungen hinauf bis in schwierige Hanglagen.

 

Boden

In Tallagen und angrenzenden Gebieten befinden sich gute Kolluvialböden (aus abgeschwemmten Bodenmaterial) oder Lössböden mit 60 bis über 70 Bodenpunkten. An den steileren Hängen kommt der kalkige Untergrund häufig bis zur Oberfläche. Die Bodenzahlen liegen hier nur um 30 Punkte. Erschwerend kommt die Schattenlage nach Süden in mehreren Lagen noch hinzu. So ist Erkeln insgesamt benachteiligtes Gebiet.

 

Landwirtschaftliche Fläche

Mit über 800 ha landwirtschaftliche Fläche gehört Erkeln zu den großen Orten für die Landwirtschaft. Etwa 15 % sind Grünland, das ist ein normaler Wert. Der Anteil ist aufgrund von Nethewiesen, Wasserschutz und Hanglagen kaum veränderbar.

 

Zur Geschichte


Mit 14 großen Bauernhöfen ist Erkeln mit Riesel das am besten aufgestellte Bauerndorf der Vergangenheit und hat eine solze Tradition. Es gab nur wenige Aussiedlungen, aber die Dorflage ist heute fast frei von Landwirtschaft. Ein besonderes Kapitel war die Flurbereinigung, bzw. der Versuch derselben.

 

Flurbereinigung

 

Eine Separation hat Mitte des 19. Jahrhunderts stattgefunden, 1867 war Zuteilung der neuen Grundstücke. Und erstaunlicherweise keine weitere ab den 1950-er Jahren. Das hat wohl auch einen Grund in der Unzufriedenheit damals. Zwei Familien sollen sich seiner Zeit besondere Vorteile verschafft haben, was noch 100 Jahre später so im Bewusstsein des Dorfes, dass es zu keiner neuen Flurbereinigung kam. Vgl. im Folgenden Wittig 2006, S. 293-295, Zitate aus Ortschronik.

Erkeln sollte eigentlich mit in das Verfahrensgebiet der Flurbereinigung aufgenommen werden aus Anlass des Baus der hier 6,5 km langen Strecke der B 64 neu – so wie Riesel, Rheder (teilweise), Brakel, Hembsen, Beller. Aber die Einleitungsveranstaltung am 27.3.1972 mit Vertretern des Amtes für Agrarordnung und Behördenvertretern nahm einen so turbulenten Verlauf, dass sie vorzeitig beendet werden musste. Beim letzten Thema „Kosten für die Grundstückseigentümer“ war es zu „tumultartigen Ausschreitungen“ gekommen, sodass die Initiatoren den Ort verließen und in Brakel weiter tagten, um zu beraten. Weil aber alle wesentliche Punkte abgehandelt waren, war die Versammlung gültig, aber wegen der breiten und heftigen Ablehnung gab es somit kein Verfahren in Erkeln.

Nur Randgebiete wie am Ortberg und im Ostheimer Feld kamen in den Genuss einer Strukturverbesserung. Das Gewässer- und Wegenetz war in Erkeln weitgehend in Ordnung. Denn aufgrund ihres Waldbesitzes war Erkeln eine reiche Gemeinde und setzte diese Mittel für den Ausbau der Infrastruktur des Ortes, so auch in Wege ein.

 

Dorferneuerung

Schon 1958 mit dem Brand in Ortsmitte (Wulff, Anton bzw. Heinz-August) und Nachbarhaus begannen die Überlegungen für eine Gemeindehalle an dieser Stelle. 1966 schließlich konnte sie, gelegen mitten im Dorf, eingeweiht werden. 1995 war dann Start der Dorferneuerung, aber erst ab 2000 kam mit der Einbeziehungen eines vereinfachten Flurbereinigungsverfahren Bewegung in den von Planern der GFL überplanten Ortskern. Heraus kam ein freundliches, begrüntes Straßenbild. Erkeln hat damit nicht nur äußerlich seine Vergangenheit als Bauerndorf abgelegt.

 

Kulturlandschaft

Auf dem Hampenhäuser Berg bei Erkeln gab es eine Häufung von Zufallsfunden von Steinbeilen, -äxten und sonstigen Fundstücken aus der späten Steinzeit (Neolithikum). Es sieht so aus, als hätten die ersten sesshaften Ackerbauern der Warburger Börde auch hier ihre Fühler ausgestreckt und eine Siedlung aufgebaut. Quelle: Pollmann in Festschrift 1998.  

Im weitesten Sinne gehört das aus der neueren Geschichte hierher: Erkeln war in den 1950-er Jahren eine Mustergemeinde in Sachen innere Infrastruktur. Es gab eine Gemeinschaftsanlage mit Waschautomaten, Tiefgefriertruhen. Durch den Waldbesitz und eine Stiftung war Erkeln ein relativ reicher, selbständiger  Ort. 


Hier geht es zu einer Sammlung von Hausinschriften von Erkeln.