Die Haltungsform der Kühe und Rinder im Boxenlaufstall hat sich auch auf die Landschaft ausgewirkt. Viele Weideflächen wurden nicht mehr gebraucht und ein ganzer Grüngürtel um die Orte hatte seine Bedeutung verloren.

 

Dasselbe passierte auch mit den Grünlandstreifen entlang von Bächen und Sieken (= kleine Bachläufe), die vorher wegen ihrer Vernässung erst nicht zu beackern waren.

 

Hier ein Hinweis auf die Bedeutung von gutem Grünland früher:

An den Sieken und im Überschwemmungsbereich wuchs gutes Futter das ganze Jahr. Nicht nur im Frühjahr, das Jahr hindurch war genügend Wasser im Boden für das Wachstum von Gräsern und Kräutern.  Das war eine solide Basis für gute Milchleistungen bei den Kühen, die meist ganzjährig im Stall gehalten wurden. Das Milchgeld war die wichtige Einnahmequelle der Betriebe über viele Jahre.
In benachbarten Regionen wurden die Sieke von Wasserbaumeistern nach holländischem Vorbild gestaltet. Gutes Grünland zeichnetet sich durch die Wasserbereitstellung über das ganze Jahr aus. Dies war in Brakel besonders in der Märsch gegeben, dem weiten Talboden, der von Brucht und Nethe in Ostheim und Sudheim gebildet wird.

 

Auch andere Flächen wie am Schäferhof (Name!) waren entlang der Brucht Grünland für eine große Rinder- und Schafherde. Andere Grünlandflächen wie am Heineberg, der Brucht davor und an den Waldrändern waren nicht so ertragreich und -sicher.

Die moderne Rinderhaltung erfordert hohe Milchleistungen, die nur mit energiereichem Futter möglich ist. Die setzt wiederum eine hohe Anbauintensität voraus, was wiederum zu einer Verringerung der Artenvielfalt führt. Allgemein geht der Trend zu Mais und Kraftfutter, der Anteil von Gras in der Futterration ist gesunken. Mittlerweile geht es auch um die Frage von Nutzungskonzepten für Grünland, vor allem im Hügelland. Aus der intensivien Nutzung herausfallendes Grünland kann nur über Weide und extensive Mutterkuhhaltung. Ob das wirtschaftliche tragfähig ist, wird sich noch zeigen.