hof in landschaft riesel 1406

Auf Basis der Agrarstrukturerhebung, die alle 6 Jahre stattfindet, gibt es Zahlen für die Kreis und Orte. So zuletzt 2010 (Vollerhebung) und 2016 (eingeschränkte Erhebung). Nach 6 Jahren (2016) eine neue Zwischenbilanz, hier dargestellt für den Kreis Höxter und die Großgemeinde Brakel insgesamt. Die Vergleichbarkeit der Zahlen ist nicht immer aufs Komma genau möglich, weil die Erhebungsmethode (die Fragen) sich ändern.

Die Tabellen enthalten die Zahlen für den Kreis Höxter und die Stadt Brakel.

 

Betriebsstruktur (Anzahl Betriebe über 5 ha und Größenklassen)

Gesamt 5-20 ha
20-50 ha 50-100 ha 100-200 ha >200 ha
Kr. Höxter 2010 1.393 503 431 328 107 24
Kr. Höxter 2016  1.300  486  378 273   136  27
St. Brakel 2010 167 52 54 41 15 6
St. Brakel 2016 149 47 46 29 21 6

 

Die Betriebe werden weniger, vor allem in der Größenklasse 20-100 ha. Über 100 ha nehmen sie zu. Aus steuerlichen Gründen werden zunehmend Betriebe auch geteilt, wodurch dann ein falschen Eindruck durch die Zahlen entsteht. So haben Betriebe unter 5 ha landesweit um 35 % zugenommen, weil Betriebe mit intensiver Viehhaltung solche Teilungen vornehmen und dann Teilbetriebe dann gewerblich (und nicht landwirtschaftlich) sind. 

 

 Betriebe nach Erwerbsform (Anzahl, in Klammern %)

Gesamt Haupterwerb Nebenerwerb Personenges.
Kr. Höxter 2010 1.393 (100) 605 (43) 723 (52) 65 (5) 
St. Brakel 2010  167 (100) 68 (41) 90 (54) 9 (5)

 Die Zahlen für 2016 sind in der Erhebung nicht ausgewiesen.

Man sieht, fast 70 Haupterwerbsbetriebe für Brakel sind schon eine recht übersichtliche Größenordnung. Verteilt auf 15 Orte sind das nur noch 4 Betriebe je Ort! 90 Nebenerwerbsbetriebe kommen dazu, also im Schnitt 6 je Teilort. Neue Zahlen gibt es hier leider nicht (nur auf Ebene Regierungsbezirk). 

 

Betriebe nach betriebswirtschaftliche Ausrichtung

Ackerbau Futterbau Veredlung Verbund Ökolog. Ökolog.
Kr. Höxter 2010 Anzahl 395 165 200 383 79 3.305 ha
% 25 16 14 26 5,6  
Kr. Höxter 2016 Anzahl 467 340 176 306 77 3.646
  %         5,9 5,6
St. Brakel 2010 Anzahl 47 33 38 47 7 244 ha
% 27 19 22 27 4,2  

Die Daten enthalten (HX/Brakel) : Gartenbau 11 bzw. 2, Dauerkulturen 6 bzw. 0 Betriebe

 

Die reinen Ackerbauern mit den Verbundbetrieben (Verbund Pflanzenbau und Viehhaltung bzw. Viehhaltungsverbund)stellen die größte Gruppe. Knapp 6 Prozent sind Biobetriebe.

 

Landwirtschaftliche Nutzfläche (ha LF, in Klammern %) 

  Gesamt Acker Grünland
Kr. Höxter 2010 65.787 (=100) 51.946 (79) 13.602 (21)
Kr. Höxter 2016 64.682 (=100) 51.145 (79) 13.537 (21)
St. Brakel 2010 8.933 (=100)
7.395 (83) 
1.531 (17) 
St. Brakel 2016 8.979 (=100) 7.519 (83) 1.452 (17)

 

Die Landwirtschaftliche Fläche (LF) von Brakel liegt mittlerweile unter 9.000 ha. Borgentreich liegt vorn mit 11.000 ha, gefolgt von Warburg mit knapp 10.000 ha. Beim Grünlandanteil liegt Brakel unter dem Kreisdurchschnitt.    

 

Fruchtarten auf dem Ackerland 

Getreide Hülsenfr. Kartoffel ZRüben Raps S.-Mais Sonstige
Grünernte
Gemüse Erd-beeren Sonstige Gesamt
Kr. Höxter 2016 32.687 796 152 2.094 6.528 6.558 1.011 175 172 431 51.115
St. Brakel 2016  4.698 154 0 167 1.359 893 83 . . 175 7.519


Der Getreideanteil dominiert mit 63 %, Raps und Silomais folgen mit jeweils 13 %. Zuckerrüben nehmen 4 % der Fläche ein und 8 % verteilen sich weitere Grünpflanzen, Sillegung, Baum- und Beerenpflanzungen. 
Ergänzung 2020: Die Werkschließung von Warburg hat paradoxerweise zu einer erheblichen Steigerung der Anbaufläche geführt: 2020 werden 3.155 ha Zuckerrüben in 235 Betriebenangebaut (Daten nach LWK Brakel in Zeitungsartikel WB v. 29.09.2020). 


Betriebe mit Viehhaltung, Rinder und Schweine (Halter, Anzahl)

 

Betr. mit Vieh darunter Betr. mit Rindern darunter Betr. mit Schweinen GV insges. GV/ha
Kr. Höxter 2010 1.109 653 32.797 508 275.973 57.383 0,87
Kr. Höxter 2016 950 548 32.903 368 284.554 57.385 0,89
St. Brakel 2010 135 65 2.555 68 47.735 7.476 0,84
St. Brakel 2016 115 51 2.233 59 48.639 7.464 0,83

 

80 % der Betriebe halten Nutzvieh, etwa zur Hälfte Rinder und Schweine. Die Zahl der Halter nimmt deutlich ab. Der Tierbestand bei Rindern hat empfindlich abegenommen, die Tierzahl bei Schweinen steigen leicht.


Die GV je ha (Gesamt-LF) liegen unter 1 GV und damit deutlich unter den Tierbestandszahlen in kritischen 2,5 – 3,0 GV/ha, wie sie im westlichen Münsterland vorkommen.

 

Milchkühe, Mastschweine, Zuchtsauen, Legehennen, Schafe, Pferde (Halter und Haltungsplätze)

Milchkühe insges.  Tiere <20 30-49 50-99 >100
Kr. Höxter 2016 172 8.942 41 63 50 18
St. Brakel 2016 12 477 - - - -
Mastschweine   insges. Tiere  < 1000 1000-1999 2000-4999 > 5000
Kr. Höxter 2016  349 242 93 4 0
St. Brakel 2016  - - - -

Zuchtsauen  

 insges.  Tiere < 100 100-200 200-499 >500
Kr. Höxter 2016   79  10.570 43 19 15 2
St. Brakel 2016  11 1.798
Legehennen
 insges.  Tiere 1-99 100-999 1000-9999 >10.000
Kr. Höxter 2016   162  42.156 145 12 4 1
St. Brakel 2016 15 -
Schafe  insges. Tiere 
Kr. Höxter  102 9.519 
St. Brakel  11  468
Einhufer (Pferde)  insges.  Tiere
Kr. Höxter  186 1.173 
St. Brakel  30 468

Viehbestände jeweils am 1.3.


Die Tierbestände in den Betrieben zeigen breit gefächerte Haltungsgrößen. 12 Kuhbetriebe gibt es noch, 11 Ferkelerzeuger und 30 Pferdehalter im Gebiet der Großgemeinde Brakel. Nach Bad Driburg (25 Halter, 328 Tiere) ist Brakel mit Abstand Nr. 2 bei den Pferden im Kreis (vor Höxter und Warburg). Bei den Legehennen ist der Stall mit 6.000 Tieren in Brakel, Wildhäuser Hof, im Sommer in Betrieb gegangen.

Literatur
Der Link zu den vollständigen Tabellen NRW und den Anmerkungen der LWK hier: http://www.landwirtschaftskammer.de/wir/pdf/zahlen-landwirtschaft.pdf

 

Aber die Zeit bleibt nicht stehen, Prognose 2040

Die DZBank ist nah dran an der Entwicklung der Betriebe durch ihr Kreditgeschäft und Abwicklung von Förderprojekten der Agrarwirtschaft. 

Die Experten prognostizieren zum ersten Mal die Entscklung bis 2040. Dabei gehen sie (2023) von 100.000 Betrieben aus. Für unsere Region bedeutet das: 

  • Der Kreis Höxter hatte 2010 = 1.400 Betriebe. Prognose 2024 = 500 Betriebe.  
  • Für Brakel würde das beteuten: 2010 = 167 Betreiben. Prognose 2040 = 55 Betreibe.
  • Der Kreis Paderborn hatte 2010 =  1550 Betriebe. Pronose 2040 = 575 Betriiebe. 

Diese Entwicklung geht nur über die Bildung größerer Betriebseinheiten. Die Durchschnittsgröße eines Betriebs von wird von 64,8 Hektar (2022) auf 160 Hektar steigen, so die Vorhersage. 

Die Ursachen liegen in dem gestiegenen Wettbewerb, der Abhängigkeit von Weltmarktpreisen, deen steigenden Anforderungen Bürokratie, der Arbeitsbelastung, der Technologieentwicklung  und den hohen Investitionssummen für modernen Gebäude.