Nationalsozialismus und Landwirtschaft in Brakel

Aus Zeitungsdokumenten (Brakeler Anzeiger)

1933
Ehrenbürger und Straße
In Brakel wurde am 28 April 1933 die Bahnhofstraße in Adolf-Hitler-Straße umbenannt. Der Reichskanzler und der Reichspräsident wurden zu Ehrenbürgern ernannt. Die Ringstraße erhielt den Namen Hermann-Göring-Straße. 

Quelle: Buch 1988, S. 14

 

1933
Bauernversammlung der NSDAP

Einladung zur Versammlung der landwirtschaftlichen Abteilung der NSDAP

Stadthalle Brakel. Der Pg. (Parteigenosse) Freiherr von Kanne, MdL, Breitenhaupt, wird über Zeitfragen der deutschen Landwirtschaft sprechen.

W. Gieffers (Istrup) Ortsgruppenleiter, Fritz Menne (Riesel) Landw. Fachberater

Quelle: Buch 1988, S. 12, Meldung Brakeler Anzeiger 00vom 27.04.1933

Anmerkungen
Frhr. Bernd von Kanne (1887-1967), Gutbesitzer Steinheim-Breitenhaupt und bekannter Tierzüchter, wurde im August 1933 Reichkommissar für Milch und Fettwirtschaft. Er besaß weitere Ämter in Partei und Verwaltung. Das von Breitenhaupt benachbarte Rittergüter Grevenburg (von Oeynhausen, Sommersell) war Quartier von Adolf Hitler und anderer NS-Größe im lippischen Wahlkampf am 15.01.1933. Hitler hatte in der Zeit v. 4. Bis 14. Januar 10 Auftritte. Die NSDAP wurde bekanntlich stärkste politische Kraft. Das gab Hitler letztlich den notwendigen Rückenwind für Berlin.

 

1933
Übertritt zu den Nationalsozialisten

Von der Ortsgruppe Brakel der NSDAP wird uns mitgeteilt: Die besonders in ihrer Tätigkeit im Organisationswesen bekannte Landwirte

  • Berendes, Flechtmerhof, Brakel (Anmerkung: zeitweise Kreisbauernführer)
  • Zurwehme, Ottbergen (Anmerkung: der spätere Kreisbauernführer)
  • Gemmeke Münsterbrock
  • Stiewe Entrup
  • Trute, Brakel
  • Landwirtschaftsrat Bracke und Dr. Terstiege (Brakel). Anmerkung: Der Direktor der Landwirftschaftskammer und Mitarbeiter  

Erklären heute bei unserem Zellenwart, Herrn Gellhaar (Hotel Preuß. Hof) ihren Beitritt zur NSDAP

Quelle: Buch 1988, S. 15, Zeitungsmeldung v. 27.04.33

Ergänzungen für Brakel:

  • NS-Ortsgruppenführer: Herr Gieffers, Müller aus Istrup
  • NS-Ortsbauernführer: Herr Bröker, dann Franz Knüdeler Brakel, Königstraße
  • NS-Gruppenwalter: Herr Brautlacht, Verwaltungssektretär für Stadt und Amt Brakel
  • NS-Ortsgruppenleiter Herr Kruse

    Die Titelbezeichnungen entstammen verschiedenen Zeitungsmeldungen. Sie können auch mal variieren und sind deshalb nicht amtlich hier belegt.    

 

1933
Bericht vom Bäuerinnen-Tag im Kreis Höxter [1933]

Einen außerordentlich guten Besuch erfährt der Bäuerinnen-Tag in der Stadthalle Brakel, wozu die Kreisbauernführerin Freifrau von Weichs eingeladen hatte. Die Stabsleiterin Maria Müller aus Münster hält den Vortrag zum Aufbau des Bäuerinnenverbandes (mit den Abteilungen Mensch - Hof - Ware). Der Kreisbauernführer Berendes spricht zum Erbhofgesetz. Es wird appelliert, die Tradition der Volkstänze und Trachten wiederaufnehmen.
Die Kreisbäuerinnenführerin betont in ihrem Schlusswort die innige Gottverbundenheit des Standes der Ackerbauenden, die jahraus jahrein, im Säen und Ernten, so großen Anteil am Schöpfungswerk nehmen und die mit Recht unseres lieben Herrgotts Handlanger genannt werden.

Quelle: Buch 1988, S. 21-22

 

Literatur

Herbert Engemann und Ulrich Ernst (1988): Nationalsozialismus und Verfolgung in Brakel - Dokumentation und Kommentar. Herausgegeben von der Stadt Brakel am 1. Januar 1988. Druck Hillebrand, Beverungen. 195 S.