Elmar von Haxthausen

Abbenburg, 33034 Brakel

 

Der Eigentümer Elmar von Haxthausen (geb. 1935) ist mit Anna Maria geb. von Schwarzenberg verheiratet. Ihr Bruder ist Karl Schwarzenberg, ehemaliger Außenminister von Tschechien (2007-13)

Nachfolger ist Caspar Moritz von Haxthausen

 

Zur Geschichte

Abbbenburg ist ein altes Gut, mit dem 1465 Gottschalck von Haxthausen vom Bischof in Paderborn belehnt wurde. 

1558 Bau von Hof und Burg als Gräftenanlage. Aus dieser Zeit stammen noch die Rentei (alte Brennerei) und das turmartige Torhaus.

Um 1820 Annette von Droste-Hülshoff ist häufig zu Besuch bei Onkel, Neffen und Nichten.

1833 Neubau des Herrenhauses im Fachwerkstil auf Bruchsteingeschoss. 

1878 Abbenburg ist Vorlage für Friedrich Wilhelm Webers Habichtshof, dem Ort des Konflikts zwischen dem Sachsenglauben und dem Christentum im Epos Dreizehnlinden. Auch Bodinkthorpe, Bökendorf ist Schauplatz des Geschehens.

1928 Ende als eigenständiger Gutsbezirk (seit 1860). Abbenburg kommt zur Landgemeinde Bökendorf.

 

Literaturstellen

 

Das Gut war 1690-1713 an das Paderborner Domkapitel verpfändet und wurde von Oberst Johann Wilhelm von Haxthausen wieder "Sinnlich und leiblich in Besitz genommen". So der Titel eines Warte-Artikels von Horst-D. Krus, in dem er die Übernahme von Gebäude, Wald und Feldern beschreibt.

Quelle: Die Warte 1995, Heft 86, S. 15-16.


1837 Annette von Droste-Hülshoff verfasst für das Vorwerk Hellersen, ein Gedicht anlässlich der Grundsteinlegung.

Quelle: Horst-D. Krus in die Warte 1997, Heft 94, S. 7-9.

Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848) war während ihrer Aufenthalte in Abbenburg oft beim Vorwerk Hellersen, einem Nebenhof des Haupthofes Abbenburg. Sie beschreibt diesen Ort stimmungsvoll und mit sozialem Bewusstsein für die Bediensteten dort. Der Beitrag wurde in Levin Schückings Buchprojekt von 1841 „Deutschland im 19. Jahrhundert“ übernommen. Es handelt sich um eine Beschreibung in einem Brief an Wilhelm Junkermann (HKA IX, S. 66 von 1839). Rechtschreibung und Zeichensetzung sind angepasst.

"Eine halbe Stunde von hier liegt Hellersen, ein sogenanntes Vorwerk von Abbenburg, was ich oft zum Ziel meiner Spaziergänge mache, weil es gerade die rechte Entfernung hat, um eine Tour daran abzulaufen. So ein Vorwerk ist ein trauriges und doch romantisches Ding: Mitten im endlosen Felde, nicht als lange Scheunern und Stallungen. Und daran gebaut zwei kleine Kämmerchen, wo zwei Knechte jahraus jahrein, Winter und Sommer verbringen, ohne Monate etwas zu sehen, außer dem Eseljungen und seinen Tieren, die ihnen, zweimal am Tage, das oft hartgefrorene Essen bringen, was sie dann auf ihrem Öfchen aufwärmen. Das Vorwerk verlassen dürfen sie niemals, nur eben sonntags, abwechselnd zum Gottesdienst. Denn sie haben große Ökonomieschätze zu bewachen.

Wie schläfrig und langweilig mögen sie über die Schneefläche ausschauen nach ihrem Eliasraben*! Da hätte einer Zeit heilig oder gelehrt zu werden!

Jetzt ist es ganz hübsch dort, das Feld voll Leben. Auf der einen Seite blökt das Vieh, auf der anderen Seite schwirren die Sensen und eine halbgefüllte Scheuer gibt mir ein Ruheplätzchen auf Heubündeln und Garben, gerade wie ich es mag."

*Anmerkung Eliasrabe: Der biblische Prophet Elija wurde zeitweise auf wundersam in der Wüste durch einen Raben ernährt.  

 


"Die Gutsgemeinde Abbenburg-Bökerhof" heißt ein weiterer Warte-Beitrag von Horst-D. Krus. Darin wird aus einem Gutachten des Brakeler Amtmannes zitiert, der den Weiterbestand in Eigenständigkeit überprüfen sollte. Daraus entnommen: Der Gutsbezirk umfasst etwa 565 ha mit durchschnittlich 120 Einwohnern. Der Gutsbezirk wird geradezu vorbildlich gewirtschaftet, was man damals offensichtlich nicht von vielen Gemeinden sagen konnte.

Quelle: Die Warte 1991, Heft 70, S. 24-26.