Die Flurnamen lassen sich von verschiedenen Seiten betrachten. Hier einige Beispiele, beginnen mit dem Namen Schwarze Brücke, den Namen, den fast jeder kennt. Ein Schwarzbau aus dem 19. Jahrhundert!

Die Schwarze Brücke überquerte die alte Kommunalstraße von Hembsen nach Bökendorf. Sie war vom Grafen Asseburg errichtet worden, um das Schloss Hainhausen mit der Hinnenburg direkt zu verbinden. Sein Plan war es, ausschließlich auf eigenem Terrain von Schoss Hinnenburg zum Landsitz nach Hainhausen fahren zu können. Die Stadt Brakel führte in den 1880er Jahren einen Prozess bis vor das Oberlandesgericht in Hamm, weil das Bauwerk mit einer Höhe von 4,20 Meter den Durchgangsverkehr für höchstbeladene Erntefuhrwerke behinderte. Der Graf musste die Brücke abbrechen und übrig geblieben sind Mauerreste auf der östlichen Seite, die später als Bodendenkmal eingetragen wurden. Holzteile der geplante Brücke liegen im östlichen Bereich.  

 

Als Kulturnamen können diese gesehen werden (Sie stehen für Wege, Nutzungsarten, Einfriedung usw.) :

"Anger", "Ausschachtung", "Brede", "Derborn", "Hagen", "Hoppengrund", "Kamp", "Wanne", "Heine-/Heideberg"

Für Wasser stehen diese Namen (Sie sind in Brakel weit verbreitet, weil weite Gebiete vernässt waren):

"Beke" (Bachlauf), "Born" (Wasserstelle), "Siek" (feuchtes Grünland, später Ackerboden), "Bruch" (feuchtes Gebiet)

Auf Naturformen/Geländeformen weisen diese Namen hin:

"Grund" (weites Tal), "Lieth" (lange unkulttiviert), "Wilde Haus" (unwirtliche Lage), "Wort" (Anhöhe), "Dahl" (Tal)

Auf menschlich Zweckbestimmungen weisen diese Namen hin:

"Fillerkuhle" (Abdeckerei, Schlachtabfälle), "Hoblitz Höhlen" (von Personen mit Namen Hoblitz als Versteck benutzt) 


Allgemeine Bergnamen und Landschaftnamen sind:

"Bohenberg" (Hinnenb.), "Hakesberg", "Heineberg", "Hellenberg", "Holster Berg", "Flechtheimer Berg", "Ostenberg" (Hinnenb.), "Scheideberg", "Schüttberg", "Sauernberg", "Sudheimer Berg"
Nebenbei: Mehrere dieser Berg- und Landschaftsnamen finden sich auch bei den Juden von Brakel. Ein "richtiger" Familienname wurden 1808 vorgeschrieben. Beispiele für Judennamen in Brakel sind: Louis Flechtheim, Selis Hakenberg, Salomon Heineberg, Jette Lobbenberg, Zadok Sudheim, Josef Scheideberg. das sind Namen vom jüdischen Friehof Brakel, vgl. Stadt Brakel, Internetseite 2005: Der jüdische Friedhof in Brakel  - Grabsteine in Wort und Bild. Eine Dokumentation der Grabinschriften.

Diese Bezeichnungen weisen auf die mittelalterliche Befestigungsanlage aus der Zeit um 1300 hin (Landwehr):
"Landwehr" (Modexen), "Landwehr" (Schwarze Brücke,  Bökendorf),  "Auf der Wort" (ehemaliger Wartturm beim Ehrenfriedhof), "Auf der Wort" (beim Imberg, Hembsen), "Wachtbusch" (Hembser Berg, zu Hembsen), Landwehrhöfen (Hembsen).


Auf Flächen im Besitz eines Nonnenkloster weisen diese Namen hin:

"Nonnenlieke", "Jungfernstein", "Süsternfeld" (Bökendorf)