Kühe sind wie alle Säugetiere können nur dann Milch geben, wenn sie Nachwuchs bekommen. Die Kuh soll alle 400 Tage ein Kalb zur Welt bringen. Im Alter von 14 bis 18 Monaten wird ein junges Rind, auch Färse genannt, das erste Mal belegt.

 

Nicht nur bei Kühen, sondern auch bei Schweinen und Hauspferden ist die künstliche Besamung heute Standard. Das Sperma von männlichen Zuchttieren wird künstlich gewonnen und mithilfe von Pipetten in das aufnahmebereite Tier eingeführt.

 

Die Vorteile gegenüber dem Natursprung sind die große Auswahl von Vatertieren und der Schutz vor Deckinfektionen und Verletzungen. Und natürlich kann mit dem Belegungstermin gezielter den Zeitpunkt der Geburt ermitteln.

 

Damit das klappt, dafür ist der Besamungstechniker zuständig. Das Gefriersperma befindet sich in tiefgekühlten Kunststoffröhrchen in flüssigem Stickstoff bei minus 196 Grad und ist praktisch unbegrenzt haltbar. Die Erfolgsquote liegt bei durchschnittlich 70 Prozent, bei genauen Tierbeobachtern auch deutlich höher.

 

Besamungstechniker wird man durch den Besuch von Lehrgängen nach dem Tierzuchtgesetz. Hier geht es vor allem um Inhalte zur Tierhaltung wie Anatomie, Physiologie und Fütterung der Tiere (Mineralfutter!). Die Erfahrung lehrte, guter Boden - gutes Vieh und umgekehrt. Ohne Liebe zum Tier, Tierverständnis und Tierbeobachtung geht es nicht.

 

Entstanden ist die künstliche Besamung in den 1950-er Jahren, als es verbreitet Deckseuchen gab. Dann hat man aber bald festgestellt, dass man dadurch die schnellere Züchtungsfortschritte vollziehen kann. Ohne diese Technik wären die Fortschritte in der Milchleistung nicht möglich gewesen. 

 

Früher gab es in vielen Orten Deckbullen und Deckeberstationen, zu denen die Tiere gebracht werden mussten.

 

 

Bei der Technnik des Embryotransfer werden aus Eizellen und Sperma in-vitro hergestellten Embryonen in eine Gebärmutter eingesetzt. Das Verfahren gibt es seit Ende der 1970-er Jahre.

Ziel ist es, von zum Beispiel Kühen mit hoher Milchleistung möglichst viele Nachkommen zu erhalten. Und zwar ohne den "Umweg" über männliche Nachkommen mit wieder auseinander gehenden Eigenschaften gehen zu müsssen. Die Embryonen werden dann anderen weiblichen Tieren, den Ammentieren, eingesetzt.

   

 Tieren, den Ammentieren, eingesetzt.