Jährlich werden neue Sorten zugelassen vom Bundessortenamt. Der Zuchtfortschritt ist beeindruckend, jährlich kommen 5 bis 10 neue Sorten jeder Fruchtart hinzu. Die Lebensdauer von Spitzensorten dauert gerade mal fünf Jahre, bis sie wieder abgelöst werden von neuen Sorten.


Die Neuzüchtungen von Weizen, Triticale und Gerste haben umfangreiche Prüfungen hinter sich, in denen sie auf Sortenreinheit, Krankheitsanfälligkeit und weitere agronomische Eigenschaften getestet wurden. Ein Leistungsfortschritt muss auch gegeben sein. Von 100 neuen Sorten schaffen es letztlich es nur 6 bis 8 bis zur Zulasssung und in den Handel. Das geschiet auf Ebene der Züchterhäuser. 

 

In der Region gab es lange diese drei Versuchsstandorte für Getreide und Raps: 

  • Lage, Kreis Lippe
  • Steinheim-Breitenhaupt, Steinheim
  • Marsberg-Meerhof, Kreis Paderborn

Diese werden abgelöst mit dem Erntejahr 2022 durch die neue Versuchsstation Blomberg in Lippe. Nahe dieser neuen Station liegen nicht nur die kompletten Versuche auf etwa 200 m Höhenlage, sondern es ist ein auch Gebäude des alten Gutes Blomberg angemietet für Büro, Labor und Maschinen. Das Gut Blomberg gehörte der Linie Schaumburg-Lippe und wurde ca. 1995 an privat verkauft.
Das Wochenblatt 26/2022 berichtet von der Eröffnung im Zusammenhang mit einer kleien Fachmesse. Die FH Lemgo ist mit Prof. Dr. Jürgen Krahl wichtiger Partner für Digitalisierung.   
  
Daneben gibt es kleinere Mais-Sorten- und Anbauversuche in Delbrück und Öko-Sortenversuche in Lichtenau. 

Die Versuchsanlagen mit Behandlungsvarianten zur N-Düngung und zum  Pflanzenschutz sind sehr aufwändig, weil mehrer Wiederholungen zur Absicherung der Ergebnisse erforderlich sind. Die lokalen Versuchsreihen über die Jahre sind von großer Bedeutung für die Eignung der Sorten in der jeweiligen Anbauregion.  


Die Besichtigung der Landessortenversuche war schon immer ein wichtiger Termin des Acker- und Saatbauvereins, zu dem sich etwa 50 Personen und mehr einfanden. Darunter auch Züchtervertreter, die Ergänzungen über Züchtungsschwerpunkte und die Entwicklung brachten. Die erfolgreiche Zulassung der neuen Sorten bestätigt unsere Investitionen und unser Engagement in die Getreidezüchtung am Züchtungsstandort Deutschland. In einem Nachgespräch, bei kühlem Getränkt in einer nahen Gastwirtschaft, wurden früher allgemeine Entwicklungen zum Pflanzenbau in der Region diskutiert.

Seit dem Jahr 2000 etwa werden die Besichtigungen als allgemeiner Feldtag durchgeführt. Die Sortenpräsentationen werden von Experten auf Landes- und Regionalebene vorgenommen. Dazu kommen auch Informationsstände von Saatgutfirmen und der Wasserkooperation aufgebaut. Auch eine kleine Landtechnikausstellung und ein Imbisswagen gehören zum Angebot dieser Tagesveranstaltungen. Zu den Sortendemonstrationen sind auch interessierte Bürger eingeladen.