Die Tätigkeit der Landwirtschaft findet überwiegend in und mit der Natur statt. Die Jahreswitterung und Extremjahre, auch Jahre mit besonderem Krankheits- und Schädlingsbefall, hatten früher großen Einfluss auf die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln. Darüber berichten viele Ortschroniken.

Es gehört zu den Errungenschaften der modernen Landwirtschaft, dass die starke Witterungsabhängigkeit für die die Erzeugung von Pflanzen und Tieren heute überwiegend nur zu Schäden in überschaubaren Maß geführt haben. Melioration, Flurgestaltung und Hochwasserschutz haben dazu beigetragen. „Wir jammern nicht, wir leben damit und machen das Beste daraus“, sagen führende Bauernvertreter im Kreis dazu.

Tabelle: Extreme Wetterjahre in der Region seit 1900

2019

Am 15. Oktober geht eine Schlammlawine auf Erkeln nieder. Von 3 Seiten des Talkessels des Vogelsbaches stürzen die Wassermassen herunter. Im Ort werden Keller, Häuser überschwemmt, Autos mitgerissen. Die Aufräumaktion dauert 4 Tage. Schlimme Schäden auf den mit Wintergetreide frisch bestellten Feldern. Auch die Nachbarorte sind schlimm getroffen. – Beim runden Tisch im Dezember sitzen Stadt, Verbände, Feuerwehr, Bezirksregierung am Tisch. Sehr gut!  

2018 Sturm Friederike (Jan.): kurz und heftig, tagsüber. Kommt aus südwestlichen Richtungen und schädigt -zig ha Fichtenforste, Straßenbäume. Stark betroffen ist die Mitte des Kreis Höxter. Stadtwald Modexen mit fast 50 ha stark betroffen.
2012

Kahlfrost bis minus 20 Grad. Nach mildem Dezember und Januar folgt ein Kälteeinbruch. 70 % der Wintersaaten im gesamten Hochstift werden umgebrochen und im Frühjahr neu bestellt.  

2010

Wärme- und Regenjahr. Regionale Wetterextreme nehmen zu

2007

Orkan „Kyrill“ am 18/19. Jan., Tote in NRW. Großflächige Schäden in Fichtenforsten, besonders Südwestfalen und Eggegebirge. Im Kreis Höxter liegen 500 ha. Das Aufräumen und Neupflanzen dauert zwei Jahre. Waldumbau zu Mischwäldern. 

2005

Extremer Schneefall im Münsterland. Bis 50 cm Neuschnee in 12 Std. führen zu Stromausfall usw. 

2003

Trockenjahr 

1999

Sturm „Lothar“ am 26. Dezember. Schäden im Wald, Freiland und an Gebäuden 

1998

Nässejahr (130 % Niederschlag) mit Überschwemmungen 

1996

Kältejahr (minus 2,2 Grad Abweichung). Kein gutes Jahr für die Landwirtschaft

1990 Sturmwinter: Acht Stürme, darunter Vivian und Wiebke am Winterende richten große Schäden an. 
1989

Hitzejahr 

1988

Eisregen am 30.11./1.12. Eisregen über 24 Stunden mit Astschäden und Schaden an mittelalten Buchen in der Egge 

1985

Kältejahr 

1981

Nässejahr Mit Überflutungen (140 % Jahresniederschlag) 

1965

„Almeflut“ („Julihochwasser“, Heinrichsflut) in den Kreisen Büren, Paderborn, Warburg, Nordhessen. Am 16. -18. Juli fielen Regenmengen von bis zu 100 l/m2 täglich in kurzer Zeit. Eine Flutwelle in der Alme, Altenau und Diemel richtet große Schäden an und führte zu Todesfällen in Etteln. Es war die größte Naturkatastrophe seit Menschengedenken. „Heinrichsflut“ ist die Bezeichnung, wenn der gesamte Raum Nordhesse und Südniedersachsen einbezogen wird. In Warburg Altstadt gab es 3 Tote, große Schäden, auch Diemelbrücke. tagelang war die Altstadt eine Klein-Venedig.  

1959

Trockenjahr 

1956

Kalter Winter, trockener Sommer 

1947

Dem frühen kalten und langen Winter (Hungerwinter 1946/47) folgt ein trockener Sommer 

1927

Nässejahr 

1921

Trockenjahr 

1911

Trockenjahr (Dürre) 

1909  Warburg (7. Febr.)
19. Jh.  Extreme Hochwasserstände in Warburg
1841; 1890 (24.11.): jeweils betroffen auch Wethen, Wrexen, Wormeln, Welda, Germete, Rimbeck, Scherfede und Ossendorf


Quelle
Walter Rentel (2009): Wetter-Chronik für das Paderborner Land 1800-2009 und andere