Bauerndorf und modernes Dorf


Die alten Dörfer bildeten eine weitgehend autarke Gemeinschaft und waren dazu weitgehend selbständige in dörflichen Angelegenheiten. Große Gärten und Kleinlandwirtschaft in praktisch jedem Haushalt trugen zur Eigenversorgung der Familie bei. Kirchen, Pastor, Handwerke, , Läden und Gaststätten gehörten zur Grundausstattung. Bis in die Mitte des 20 Jh. hinein sahen es auch die große Politik und Verwaltung als wichtige Aufgabe an, das platte Land zu entwickeln. Sie bauten Schulen, Poststellen, sorgten für die Elektrizitätsversorgung den Schutzmann und Buslinien in die nächste Stadt. In Mittelpunktsdörfern befand sich der Arzt, die Apotheke, Fachgeschäfte, Bank und Genossenschaft. Jeder kannte jeden, Kirche, Vereine und Dorfgemeinschaft hatten wichtige Aufgaben und trugen so zum Wohlbefinden der Menschen bei.

Kaum 50 Jahre später, der technischen Entwicklung und der Rationalisierung geschuldet, dominieren diese Stichworte das Dorf von heute: Gebäudeleerstand, fehlende Arbeitsplätze, mangelnde Infrastruktur (Funk, Internet), negative Bevölkerungsentwicklung, schwindende Kommunalpolitik durch Raumplanungsvorgaben und Pastoralverbünde der Kirchen.


Politik und Dorfentwickler werden nicht müde, an Gemeinwohldenken und Anpackkultur (Ehrenamt) zu appellieren. Das Problem wird damit wieder auf die Dörfer zurückverlagert, statt konkrete Zukunftsvorstellungen für den ländlichen Raum der Zukunft zu benennen. (Stand 2018)