gedicht nethegau 1926Das Gedicht "Der Nethegau" von HaRa (Person unbekannt), veröffentlicht im Brakeler Anzeiger 1926, gehört in die Kategorie romantisierende Heimatliteratur, wie sie lange verbreitet war.

 

Im Vergleich mit dem Rheingau werden Bezüge zum Nethegau hergestellt -  wie im Westfalenlied von Emil Rittershaus.

Hoch klingt in vielen deutschen Liedern 
Das Lob des stolzen Vater Rhein,
Von feinem Menschenschlag, dem biedern,
von seinen Burgen, seinem Wein.


Im Banne froher Melodien,
Verspürt ihr seine Zauberkraft,
Und immer will's zum Rhein euch ziehen,
Zum Römer voll mit Rebensaft.
Wo mögt ihr Gleiches, Edles finden,


Wo gleicher Himmel lachend blaut?

Vertiefet euch in „Dreizehnlinden“; 
Macht eure Heimat euch vertraut.


Wohl könnt ihr nicht den Wellen lauschen

Auf unsern Bergen wächst kein Wein.
Doch wo die alten Buchen rauschen
Fühlt ihr zuhaus euch wie am Rhein.


Wir sehen keine Reben blühen,

Uns fehlt die edle Loreley.
Doch wo des Schäfers Herden ziehen
Tönt uns der Heimat Melodei.


Der Finkengruß im Nethewalde,
Das Sonnengold auf grüner Au,
Weiht uns zum Tempel jede Halde
Im sagenhaften Nethegau.


Die Lieder von dem Rheine preisen

Die Mädchen dort als wunderhold,
Ihr braucht nur an den Rhein zuu reisen
Zu finden edles Frauengolg.


Ihr findet hier in Niedersachsen
Die Mädelaugen schwarz, braun, blau.
Und schöner wird wohl keine wachsen
Als im deutschen Nethegau.


Und wenn wir von der Heimat sprechen,
Missgönnen nichts dem Rheine wir.
Doch wenn wir Nethegauer zechen
Geschieht‘s mit gutem deutschen Bier.


Prost, Blume aus dem schönen Rheder,

Dein Malz und Hopfen zeugt uns Kraft.
Und ungeteiltes Lob zollt jeder,
Dem Nethgauer Gerstensaft.


Horcht, wie die Buchen, Linden rauschen,
Seht, wie der Schäfchenwolken zieh'n.
Kommt lasst uns ihrer Sprache lauschen
Am Heimatborn, beim Abendglüh'n.


Die Weise ist's, von Heimatliebe,
Von treuem Herz und starker Hand.
O hegt sie, diese zarten Triebe,
Die Lieb' zum Heimat, Vaterland.