Hembsen, Langestraße 32 , 33034 Brakel

Eigentümer

Familie von Kempski bzw. ab 2016 Stiftung Vereinigte Museen Neuenherse (Konsul Schröder)


Person/Familie
Jürgen von Kempski-Racoszyn heiratet 1942 Frau Valerie geb. Gunst.
Jürgen von Kempski war Universalgelehrter und als Prof. Dr. Dozent an der Universität Münster.
Sohn Harald und Frau Astrid von Kempski (Berlin) übernehmen das Anwesen.

Hofgeschichte

Ursprünglich Hof der Asseburger als Wasserburg angelegt.
Dann war er im Besitz der Patrizierfamilie Flörken aus Brakel, weitere Eigentümer folgen.

1833 Karl Ferdinand Gunst heiratet Anges Sophie Stricker geb. Flörken. Die Patrizierfamilie Gunst stammt aus dem Raum Fritzlar und ist mit dem Gut Beller verbunden.

Franz Gunst war als Königlicher Ökonomierat ein einflussreicher Mann (er verkehrte bis zum Kaiser Wilhelm II.) und bekam Auszeichnungen z. B. für Saatgutvermehrung von Zuckerüben (1909). Er war auch Aufsichtsratsvorsitzender der Zuckerfabrik Brakel. Gutsanlage und Herrenhaus (Schloss) werden ergänzt und erneuert. Ehefrau Elisabeth Gunst übergibt das Gut 1942 an ihre Tochter, nachdem der Sohn Harald Gust 1932 in Russland gefallen war.

1942 Tochter Valerie Antoinette Gunst heiratet Jürgen von Kempski Racoszyn. Die Familie entstammt dem polnischen Uradel und hat auch eine preußische Linie.

1964 Übergabe des Gutes an Enkel Harald von Kempski.

Das Gut wird verpachtet. 1953 ist ein Herr von Weichs aus Godelheim Pächter. Nächster und letzter Pächter ist Wolf Sebottendorf, der auch aus einer Adelsfamilie stammt. Die Feldscheune geht mit etwas Fläche an den Landwirt Jürgen Tilly aus Ottbergen.

Um 1972 werden die Länderein an die Siedlungsgesellschaft verkauft. Die Flächen dienen dem Bau der Umgehungsstraße B 64 und werden bei dem großen Flurbereinigungsverfahren an andere Landwirte vergeben. 

 

Hinweise in anderen Quellen

1850 Ein Gunst, Gutsbesitzer in Hembsen wird Mitglied des Club Brakel (BSR 4/1988).

1906 Franz Gunst, Gutsbesitzer in Hembsen wird Mitglied des Club Brakel 


Zwei Unfälle ereigneten (1951) sich auf dem Gutsbetrieb Gunst. Der Gespannführer Paul Faust wurde beim Abladen von Stroh von einem Heuballen am Kopf getroffen und trug eine Gehirnerschütterung davon. Der Gespannführer Dittberner fiel bei der Ausübung seines Berufs so unglücklich, dass er einen komplizierten Oberschenkel-Bruch davontrug.

Bei der diesjährigen Getreideernte (1953) wurde die Ernte mit einem gezogenen Mähdrescher eingebracht. Ein schwerer Lanz-Bulldog zog das Ungetüm, welches von vielen Leuten bewundert und bestaunt wurde. Es war der erste Mähdrescher-Einsatz im Kreis Höxter.


Quelle: Joseph Potthast, Heimatbuch Hembsen 2002, S. 129.

Weitere Enwicklung 

2008 Tag des offenen Denkmals auf dem Gut mit großem Andrang aus Hembsen und den Nachbarorte.

2014 Gut Hembsen wird Veranstaltungsort der Reihe "Wege durch das Land" und Frau Astrid von Kempski nimmt an der WDR-Serie "Von und zu lecker" teil.

2016 Die Familie von Kempski verabschiedet sich mit Kaffee und Kuchen von Nachbarn und Personen aus Hembsen und Umgebung. Sie verkaufen die Anlage schweren Herzens aus familiären Gründen.

2016 Verkauf von Schloss mit Hof und Wald an die Kulturstiftung Schröder (Manfred O. und Helga Schröder), die im Kloster Neuenheerse das Vereinigte Museen Wasserschloss Neuenheerse betreibt. Das Herrenhaus des Gutes besteht aus 4 Wohnungen. Die Gebäude werden zur Lagerung von Exponaten der Sammlung genutzt.

WB vom 22.09.2016: "Familie von Kempski verkauft Schloss Hembsen mit Hof und Wald an Kulturstiftung Schröder"


Baugeschichte

Die gesamte Anlage steht seit 1990 unter Denkmalschutz. Einige Daten aus der Geschichte:

1750 Bau eines Herrenhauses in der Hofanlage

1843 Bau des neues Herrenhauses und der Wirtschaftsgebäude

1910 Ausbau Herrenhaus im neuen Stil. Ein Mansarddach wird aufgesetzt und die geschwungene Treppe wird zum neuen Markenzeichen. Aus dem Herrenhaus wird ein kleines Schloss.

1933 Ein Brand vernichtet vor allem die Dachflächen, die dann mit Ziegeln (vorher Sollingplatten) gedeckt werden. Auch die überdachte Hofeinfahrt fällt weg.

1981 Der Eintrag des Herrenhausen Hembsen in das Denkmalbuch wird vom Stadtrat abgelehnt mit dem Hinweis auf den schlechten Bauszustand. Sechzig Jahre sei nichts mehr an dem Anwesen getan worden. Nach WB vom 30.07.1981, mit Foto in Pottast, Heimatbuch Hembsen, 2002, S. 172. Nach umfangreicher Sanierung gelingt der Eintrag als Baudenkmal erst 1991.     
 
2010 Umfangreiche Sanierung von Schloss, Dach und der Wirtschaftsgebäudes mithilfe von Fördermitteln. Eine Scheune wird als Veranstaltungsscheune ausgebaut. Schloss und Anlage werden (Wochenend-) Wohnsitz und Veranstaltungsort.


Die Familie Gunst hatte ursprünglich einen eigenen Friedhof. Heute ist er integriert in den örtlichen Hembser Friedhof.

Hier  finden sich Informationen der Internetseite Schloss Hembsen von ca. 2010. Hier gibt es auch zahlreiche Fotos.