Mittelmühle in Brakel

Lage, Beschreibung

Königstraße 22, im unteren Teil


Historische Hinweise

Seit dem 14./15. Jh. ist in Brakel die städtische Mittelmühle bekannt. Sie wird durch einen westlich gelegenen Bruchtarm mit Wasser versorgt, der den ganze Neustadtbereich einschließlich Kapuzinerkloster durchfließt. Im Sprachgebrauch wird der Wasserlauf als „Brucht“ bezeichnet, im Gegensatz zum „Kaiwasser“, das den natürlichen Flusslauf hinter dem „Wall“ (alter Befestigungswall) bildet.

 

Stichworte aus: Franz Mürmann, Die der Herrschaft Hinnenburg früher pachtpflichtigen Mühlen, o. Jhr (ca. 1940)

1338

Ersterwähnung und Ackergrundstück

Dem jeweiligen Müller der „Myddelmolen“ werden Acker und Zulauf überlassen zur Gestaltung der Wasserverhältnisse

1340

Stiftung für Altar

Die Gebrüder von der Asseburg überlassen der Kirche einen Teil der Einkünfte aus der Verpachtung der Mühle. 1341 wird die Mühle der Kirche zur Nutzung übertragen.

Stiftung für Geistliche

Mit Anteilen aus den Einkünften der Mühlen sind verschiedene Geistliche und der jeweilige Rektor de Jakobs-Altares der Kirche.

1389

Im Kirchen-eigentum

Vergleich mit dem Müller über notwendige Reparaturarbeiten

1435

Regelung zum Kurmende-Recht bei Erbfällen

1461

Die Hälfte der Einkünfte gehen an die St. Peter- und Andreaskirche in Paderborn

1528

Eigentum Stadt Brakel

Übertragung aller Rechte an die Stadt Brakel gegen eine jährliche Rente für alle Zeiten

1680

Der Versuch der Asseburger scheitert, die Mühle über das Wiederkaufsrecht zurückzugewinnen scheitert. Durch wiederholte Verpfändungen der Rechte und Einkünfte ist die Mühle in die Mühle in der Hand der Kirche, dann der Stadt

1720

Pächter

Nur von diesen Verpachtungen wird berichtet:

Müller Georg Hülsemann

1721

Pächter

Müller Ernst Rammenstein wird flüchtig


 

Folgende weitere Informationen sind bekannt

1748 durch Hochwasser stark beschädigt (vgl. Beuke, Brakeler Schriftenreihe 16/1999)

1914 Müller Heinrich Priggert. Priggert besitzt laut Katasterplan 1914 auch mehrere Grundstücke in Umgebung.

1955 ca. Ende des Mühlenbetriebes. Dem letzte Müller Theodor Priggert folgt seine Tochter Marlene Priggert, die mit ihrem Mann Werner von Laufenberg bald alles verkauft hat und nach Bad Seegeberg (Schleswig-Holstein) verzogen ist.


Neue Zeit

Um 1990 Reitsport Ottersbach betreibt für etwa 10 Jahre ein Geschäft für Reiter- und Pferdebedarf. Danach Pläne (um 2015) für ein Kartoffelrestaurant.