Viel Fläche, ein Gut und rund 10 Betriebe

Betriebe 1931 und Aussiedlung

Im Niekammer von 1931 ist nur ein bäuerlicher Betrieb über 20 ha verzeichnet. Andere konnten Betreibe sich wohl im der Klammer zwischen den Gutsbetrieben Abbenburg und Hainhausen nicht so richtig entwickeln. Zum großen und alten Gut Abbenburg (von Haxthausen) werden im Niekammer Vörden, Bökendorf und andere Besitzungen zusammengefasst. Hainhausen ist als eigenes Rittergut des Grafen von Bocholtz-Asseburg aufgeführt.

Tabelle: Anzahl Niekammer-Betriebe über 20 ha und Aussiedlung

Gesamt (<20) 20-30 30-50 50-100 >100
Niekammer 1931 3 0 1 0 0 2
Aussiedl. vor 1950 1
Aussiedl. nach 1950 7

Die Zahl der Aussiedlungen ist durch die Bodenreform in Hainhausen geprägt. In Bökendorf selbst gab es nur zwei (und eine Teilaussiedlung).  Hainhausen wurde bekanntlich aufgesiedelt von Ostvertriebenen, davon 4 Familien aus Schlesien und einer aus Posen.

Betriebe weitere

Gut Bökendorf mit dem bekannten Herrenhaus und der Gartenanlage besitzt große Wirtschaftsgebäude und wurde bis in die 1950-er Jahre als eigener Betrieb bewirtschaftet. Der letzte Pächter (Beckmann) übernimmt das Restgut nach Abgabe der Flächen im Rahmen der Bodenreform.  Das Restgut Hainhausen kauft auch hier der letzte Pächter (Deitinghoff). Auch hier kam es zu einigen Neu- und Aussiedlungen. - Die Oldentruper Mühle an der Brucht ist hier als weitere Einrichtung zu nennen. Unter den Stichworten finden sich auch die Geschichte der Abbenburg und die Person des August von Haxthausen.

Betriebe heute

Im Beobachtungszeitraum 2000 und 2015 ist die Zahl der Betrieb um 1/4 zurückgegangen. Es bleiben 4 Haupterwerbsbetriebe, je einer mit Schwerpunkt Ackerbau, Milchvieh, Rindern und Mastschweinen. Hof Beckmann, Bökerhof, wird von Bellersen aus bewirtschaftet. In Hainhausen bleiben von insgesamt 6 nur 2 Betriebe, beide im Nebenerwerb. Einer der Siedler hörte schon um 1980 auf, die anderen um die Jahrtausendwende.

Tabelle: Betriebsstruktur, Vergleich 2000 / 2015

2000 2015
Haupterwerb 7 3
Nebenerwerb 12 10
Gesamt 19 13

Gut Abbenburg ist ein großer Gutsbetrieb, der in den letzten Jahrzehnten immer zu der Spitze der Großbetriebe gehört. Der Betrieb wird professionell, zeitgemäß und innovativ bewirtschaftet. Der Zuckerrübenanbau nimmt große Flächen ein. Viele erinnern sich an den ausgedehnten Anbau von Gemüse mit Kohl, Gurken und anderen in den 1990-er Jahren, der heute dem Mais gewichen ist. Das Vorwerk Hellersen (Richtung Altenbergen), 1838 erbaut, beherbergte lange die große Rinderherde des Gutes.

Hainhausen

Das 400 ha große Gut Hainhausen wurde im Zuge der Bodenreform zum großen Teil aufgesiedelt. Es entstanden 5 neue Hofstellen und das Restgut kaufte der letzte Pächter. Die Neusiedlungen von 1953 waren ein Vorzeigeprojekt des damaligen Landwirtschaftsministers Heinrich Lübke. Zur Einweihung des Hofes Rehberg kam er persönlich mit einer kleinen Delegation.

Die Höfe hatten mit knapp 15 ha eine zu geringe Ausstattung, als dass sie sich hätten behaupten können. Einer der Betriebe hörte schon um 1980 auf, die meisten anderen um die Jahrtausendwende.