Die Tätigkeit der Landwirtschaft findet überwiegend in und mit der Natur statt. Die Jahreswitterung und Extremjahre, auch Jahre mit besonderem Krankheits- und Schädlingsbefall, hatten früher großen Einfluss auf die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln. Darüber berichten viele Ortschroniken.

Es gehört zu den Errungenschaften der modernen Landwirtschaft, dass die strake Witterungsabhängigkeit für die die Erzeugung von Oflanzen und Tieren heute überwiegend nur zu Schäden in überschaubaren Maß geführt haben. Melioration, Flurgestaltung und Hochwasserschutz haben dazu beigetragen. „Wir jammern nicht, wir leben damit und machen das Beste daraus“, sagen führende Bauernvertreter im Kreis dazu.

Tabelle: Extreme Wetterjahre in der Region seit 1900

2012

Kahlfrost bis minus 20 Grad. Nach mildem Dezember und Januar folgt ein Kälteeinbruch. 70 % der Wintersaaten im gesamten Hochstift werden umgebrochen und im Frühjahr neu bestellt.  

2010

Wärme- und Regenjahr. Regionale Wetterextreme nehmen zu

2007

Orkan „Kyrill“ am 18/19. Jan. Tote in NRW. Großflächige Schäden in Fichtenforsten, besonders Südwestfalen und Eggegebirge. Im Kreis Höxter liegen 500 ha. Das Aufräumen und Neupflanzen dauert zwei Jahre. Heute gibt es mehr Mischwälder. 

2005

Extremer Schneefall im Münsterland. Bis 50 cm Neuschnee in 12 Std. führen zu Stromausfall usw. 

2003

Trockenjahr 

1999

Orkan „Lothar“ am 26. Dezember. Schäden im Wald, Freiland und an Gebäuden 

1998

Nässejahr (130 % Niederschlag) mit Überschwemmungen 

1996

Kältejahr (minus 2,2 Grad Abweichung). Kein gutes Jahr für die Landwirtschaft

1989

Hitzejahr 

1988

Eisregen am 30.11./1.12. Eisregen über 24 Stunden mit Astschäden und Schaden an mittelalten Buchen in der Egge 

1985

Kältejahr 

1981

Nässejahr Mit Überflutungen (140 % Jahresniederschlag) 

1965

„Almeflut“ („Julihochwasser“) in den Kreisen Büren und Paderborn. Am 16. -18. Juli fielen Regenmengen von bis zu 100 l/m2 in kurzer Zeit. Eine Flutwelle in der Alme, Altenau und Diemel richtet große Schäden an und führte zu Todesfällen in Etteln. Es war die größte Naturkatastrophe seit Menschengedenken.  „Heinrichsflut“ ist die Bezeichnung, wenn der gesamte Raum Nordhesse und Südniedersachsen einbezogen wird.  

1959

Trockenjahr 

1956

Kalter Winter, trockener Sommer 

1947

Dem frühen kalten und langen Winter (Hungerwinter 1946/47) folgt ein trockener Sommer 

1927

Nässejahr 

1921

Trockenjahr 

1911

Trockenjahr (Dürre) 


Quelle
Walter Rentel (2009): Wetter-Chronik für das Paderborner Land 1800-2009 und andere