Die Molkerei Brakel wurde 1989 am Ostheimer Tor (später: Bahndamm) gegründet. Sie war bis 1919 Genossenschaftsmolkerei.
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Dann gelangte sie in den Besitz der Familie Schmid, die aus dem Raum Hildesheim stammt. Der letzte Inhaber war Hans-Hubertus Schmid, davor sein Vater Johannes Schmid.

Das Einzugsgebiet der Molkerei erstreckte sich von Abbenburg bis Rheder: Brakel, Bellersen. Bökendorf, dann Istrup, Riesel, Rheder, Erkeln und Hembsen. Die Heggedörfer und Siddessen lieferten nach Gehrden. Manche erinnern sich noch Frieda Schmid, Frau von Johannes Schmid, die mit lauter Stimme das Regiment an der Waage führte.

Folgende Kannen-Nummern sind bekannt:
(6) Rohde, (8) Junker, (44) Knüdeler. Die letzten Nummern lagen um 300 und wurden an die Neusiedler in Hainhausen vergeben. 

Im April 2006 musste die Molkerei Insolvenz anmelden. Es gingen 16  Arbeitsplätze verloren. Eine anhaltend schlechte Marktlage und ein Preisverfall machte diesen Schritt notwendig. Die Molkerei Schmid Brakel war für ihre Sahneherstellung bekannt und hat dafür mehr als 30 mal die DLG-Auszeichnung erhalten. Quark wurde ebenfalls bis zum Ende hergestellt, während der Milchverkauf schon länger eingestellt war.     

Das stadtbildprägende Gebäude war kein Baudenkmal und wurde 2013 abgerissen. Es konnte eine größere innenstadtnahe Fläche überplant werden. 2014 wurde der Grundstein für das Wohn- und Geschäftsviertel „alte Molkerei“ gelegt werden. Das Bauvolumen für die vier Gebäude (ohne Keller) lag bei 5,5 Millionen Euro. 2017 wird der letzte der vier Blocks fertig gestellt.  

Hinweise
WB v. 19.04.2006: „Preisverfall ist zu hoch. Brakeler Molkerei Schmid stell Insolvenzantrag“