Die Petroleumscheune auf dem Schüttberg

 

Vor der Zeit vor der Elektrifizierung war das Petroleum der Brennstoff für die Lampen. Es diente auch als Reinigungs- und Lösungsmittel. Petroleum ist an sich gut lagerfähig, da der Brennpunkt relativ hoch liegt. Gefürchtet waren aber die entstehenden, leicht entzündlichen Dämpfe.

 

So war es aus Sicherheitsgründen erforderlich, größere Mengen Dieselöl über 500 Litern außerhalb zu lagern.

 

Dazu wurde 1891 in Brakel in der Feldflur des Schüttberges (Straße nach Modexen) die sog. Petroleumscheune errichtet. Es ist ein Bauwerk aus massiven Bruchsteinen. Ein Zweispänner mit einem 500 Liter-Fass übernahm die Transporte in die und von der Stadt aus. Die Scheune wurde bis in die 1920-er Jahre für diesen Zweck genutzt.

 

Die Elektrifizierung Brakels begann 1896 bzw. umfangreicher 1911 mit dem Bau eines Elektrowerkes und damit verlor das Petroleum seine Bedeutung als Brennstoff für die Beleuchtung.

Die Bruchsteinscheune hat bis heute überlebt. Sie steht an einem kleinen Wäldchen (früher Steinbruch). Sie wurde wohl auch etwas umgebaut und wird als Lagerhalle genutzt.

 

Quelle: Christoph Anders (1996), Eine steinerne Zeitzeugin - Die Petroleumscheune bei Brakel. Jahrbuch des Kreise Höxter 1996, S. 219 f