Name
Der Name ist von "Hintere Burg" abgeleitet. Der ursprüngliche Standort lag wohl im Bereich Pahenwinkel bei der Reithalle.

Eigentümer

Familie Asseburg-Falkenstein-Rothkirch

Durch Einheirat in das Geschlecht der Ritter von Brakel gelangte im 13. Jahrhundert ein Abkömmling der Familie von der Asseburg, die ihren Stammsitz auf der Asse, einen Höhenzug bei Wolfenbüttel hat, in den Besitz der Herrschaft Hinnenburg.

Um 1900 kam der Name der aus Rheinland stammende Familie von Bocholtz dazu. Und in der zweiten Hälfte de 20. Jahrhunderts wird eine  Nachfahre der Falkenstein-Rothkirch von Graf Busso adoptiert, der zum katholischen Glauben konvertierte.

Familie Asseburg-Falkenstein

Die Familie von Asseburg-Falkenstein ist eine evangelische Linie und hatte ihren Hauptsitz in Miesdorf bei Ballenstedt im Ostharz, Land Sachsen-Anhalt. Dort wurde nach der Wende ein historischer Schatz gefunden, der vor den heranrückenden Russen versteckt worden war. Erst um 1990 wurde das Versteck Preis gegeben und ein Großteil des "Familiensilbers" ging an de Grafen von der Asseburg auf der Hinnenburg. Mehrere Stücke wurden um das Jahr 2000 bei Sotheby’s in London versteigert, darunter Glaspokale und wertvolles Porzellan im Wert von einigen 100.000 Euro.

Friedrich Lothar Dietrich Graf von der Asseburg Falkenstein-Rothkirch, Sohn von Graf Lothar aus dem Ostharz, wuchs in Brakel, ging hier zur Schule. Später konverteierte er zum katholischen Glauben, wurde von Graf Busso adoptiert und wurde Erbe der Hinnenburg. 2013 starb er im Alter von 61 Jahren. Erbe ist nun der noch minderjährige Graf Louis, für den die Sparkasse Höxter als Generalbevollmächtigte die Geschäfte führt.

Geschichte

Das Adelsgeschlecht der Asseburger übte verschiedene Funktionen beim Bischof des Hochstiftes Paderborn aus. Berühmtester Vertreter war Hermann Werner von der Asseburg, Minister am Hof von Kurfürst Clemens August in Münster. In seiner Zeit, um 1740, erfolgte die schlossartige Umgestaltung der Anlage mit einem Garten am Hang.

Die Asseburger besaßen die Gerichtsbarkeit zu Alhausen, Erkeln, Istrup, Hembsen, Herste und Riesel.
Die Mühlen von Alhausen, Erkeln, Istrup, Hinnenburg, Beller, Brakel und die Bredenmühle waren verpachtet.

Lage

Die Schlossanlage liegt auf einem 282 m hoch gelegenen Bergsporn 3 km nördlich von Brakel und ist über eine kleine Straße im Wald erreichbar.

Anlage

- Schloss: Das Schloss ist ein dreiflügelige Anlage mit großem wehrhaften Turm, dem ältesten Teil der Burg, der das Südwest-Eck und den sichtbaren Teil darstellt. Es wurde um 1600 als Renaissancebau errichtet. Später folgten barocke Nebengebäude. Das Schloss hat mehrere Räume mit Stuckverzeirungen der Rokkokozeit und beherbergt das bedeutende Adelsarchiv der Asseburger.

- Wohnhaus: Im Gebäude links vor dem Tordurchgang lebten die Bediensteten. Heute sind die Wohnungen vermietet. Bei dem Brand von 1934  sind Teile des Gebäude in Mitleidenschaft gezogen worden.

- Die 1658 in Form eines Oktogons (Achteck) erbaute Kapelle auf der Vorburg ist eine "byzantinische Kapelle". Im Volksmund wird sie Kaffeemühle genannt. Das Mausoleum als Erweiterung der Kapelle ist Grabstätte der Familie. Graf Friedrich und sein Vater ließen sich vor der Kapelle bestatten.

- Wildpark: 1692 wurde ein Damwildgatter am Südhang errichtet. Die Tiere wurden 1927 bzw. 1945 freigelassen und noch heute gibt es eine große Herde im Emder Wald. Das aus Kleinasien stammende Damwild ist mittelgroß, besitzt ein geflecktes Fell und ist als neues jagdbares Wild eingebürgert worden.

Weitere Orte

Zum Schäferhof gehören die Siedlung Emde, die Kunstmühle, Forsthäuser und Baulichkeiten in der nahen Umgebung. In den 1960-er Jahren wurde eine Feriensiedlung mit Ferienhäusern gebaut. Sie sind heute weitgehend in privaten Händen als Dauerwohnsitz.